Pressestimmen

Pressetitel Irish House Pressebild Irish House

Blues in allen Varianten.
„mojo hand“ und seine Band gastieren im „Irish House“

Blues hat was. Bluesrock erst recht.

Egal, welcher populären Stilrichtung man letztlich zugetan ist, die Ursprünglichkeit des Blues wirkt sich auf seine unmittelbaren Nebenformen und späteren Ausprägungen ebenso wie auf seine kaum noch als solche erkennbaren Nachfahren aus. Vorausgesetzt freilich, der Blues-Künstler kennt und beherrscht die Möglichkeiten nicht nur seines Instruments. Einer, der die stilistische Weitläufigkeit des Blues bis hin zum Bluesrock kennt und das Potential seiner Gitarre rein handwerklich auszureizen weiß, ist der Pfälzer Musiker Jürgen Schultz, in der Szene besser bekannt als „mojo hand“.
Am Samstag Abend gastierte der zu den besten Bluesgitarristen Deutschlands zählende Saitenvirtuose mit seiner Band im „Irish House“. Das Repertoire des aus dem Speyerer Raum kommenden Trios ist ziemlich breit angelegt. Da gab es den Blues in allen Varianten, weniger aus dem klassischen Bereich, dafür mehr aus der Richtung des leichtgängigen Rhythm‘n Blues, des rhythmisch harten Chicago Blues und vor allem des harmonisch komplexen Bluesrock.

Wo es nötig war, schufen die geschickten Interpretationen von „mojo hand“ hier über der soliden Zuarbeit Wolfgang Stadlers (Bass) und Matthias Huber (Schlagzeug) eine angenehme Nivellierung, die zu keinem Zeitpunkt des Konzerts als zu hart oder zu aufgesetzt empfunden werden musste.

So standen denn in bruchloser Einigkeit Albert King (etwa mit seinem für diesen Abend programmatischen „We‘ll play the Blues for you“) neben dem rockigen „Western Swing“ der Allman Brothers, und selbst ]ohn Lee Hooker kam sich zwischen Robben Ford-Titeln (,,Prison of Love“) und ZZ-Top-Songs nicht deplatziert vor.

Entscheidend für die Wirkung der Band war „mojo hands“ sicheres und selbst in härteren Passagen noch spürbar gefühlsbetontes Spiel. Mehr noch als in den bekannten Stücken zeigte er das in den eigenen Kompositionen. Ein netter Abend war es insgesamt, auch wenn im zweiten Set der vierte Mann an der Slide-Guitar, im Duett mit „mojo hand“ den Sound seines Instruments an manchen Stellen doch etwas zu dick auftrug.

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Keine Musik-Experimente

Im ParkPlatz spielte die dreiköpfige Band „mojo hand“

In der Pirmasenser Musikkneipe ParkPlatz war am Donnerstag wieder einmal „Bluestime“ angesagt. Diesmal aber konnte das Publikum die Sonnenseite dieser Stilrichtung genießen.

Viele selbsternannte „Blueser“ haben es in der Vergangenheit geschafft, dass schon bei der Ankündigung „Blues-Band“ bei manchen ein unbewusstes Muskelzucken zu erkennen ist. Dieses Mal hat sich der Veranstalter nicht auf weitere Experimente eingelassen und mit der Band „mojo hand“ eine dreiklassige Bluesformation aus Speyer engagiert, die im ParkPlatz keine Unbekannten mehr sind, und so auch für das nötige Publikumsinteresse gesorgt.

Mit fast ausschließlich traditionellen Bluestiteln von Rory Gallager bis Sunnyboy Williams wurde nach dem Geschmack der Zuschauer vieles eindrucksvoll und stilecht gecovert. Jürgen „mojo“ Schulz, Gitarrist und Sänger der Band, ist wohl als Ausnahmemusiker für diesen Musikstil zu bezeichnen, was sich nicht nur in seiner ausgereiften und klaren Spielweise ausdrückt, sondern auch in der Auswahl seiner Instrumente bemerkbar macht. So gibt er sich nicht nur mit dem klassischen Sound seiner E-Gitarre zufrieden, sondern greift deshalb auch immer wieder auf selten gesehene Instrumente wie Slide- und Steelguitar zurück.

Die gute und sichere Spieltechnik und ein bemerkenswert voller und echter Sound war bei manchen sogar eine Gänsehaut wert. Mit Drummer Matthias Huber und Bassist Wolfgang Stadler konnte man eine ausgeglichene und stabile Rhythmusarbeit bieten, die ohne Schnörkel und Firlefanz einen extrem anspruchsvollen Gesamtsound boten, was auch vom Publikum dankend angenommen wurde.

Auch in einem längeren Unplugged-Set zeigten sich die musikalischen Qualitäten von Jürgen Schulz, der zusammen mit Manfred Norminger, einem eher zurückhaltenden und zu sehr an genauem Spiel orientierten Gitarristen, einen guten Eindruck hinterließ, was aber von einigen Zuhörern als weniger interessant beurteilt wurde. Durch dieses Konzert hat die Ankündigung -Blues im ParkPlatz- einen hohen Standard erreicht, der nur sehr schwer zu halten sein wird.

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Blues mit großer Schubkraft

„mojo hand“ in der Musikwerkstatt – Starke Band und redende Gitarre

Ein viel gebrauchtes Wort ist im Blues „mojo“
- ein Slangausdruck, der mehrere Bedeutungen hat. „mojo Hand“, das ist die Affenpfote, ein Utensil für den Voodoopriester. Dem Manne soll sie von gutem Nutzen sein und bewirken, dass seine Frau ihm treu und gut ist. Wer den Blues kennt, der weiß, dass die hier besungenen Frauen nur selten gut und treu sind, zumal wenn der Blues von einem Mann gesungen wird. Die Bluesband „mojo hand“, die nun in der Musikwerkstatt Neustadt einen Auftritt hatte, besteht aus vier Männern. Und freilich fand sich in deren Repertoire auch ein Song, der das Klischee bestens bedient: von der Frau, die ihren Mann schlecht behandelt.

Der Blues, das ist ein Ausdrucksmittel für die schattigen Seiten des Lebens, ist ein sanfter Wegbegleiter durch Not und Elend. Der Blues, das ist ein Lebensgefühl und zugleich ein Sprachrohr, um dieses Gefühl auszudrücken. Und oft genug, und bei „mojo hand“ allemal, wird das traurige Gefühl transformiert in vitale Kraft und Lebensfreude. Eine starke Band, die aus der hiesigen Region stammt, ist dafür Garant. Ein kraftvoll trommelnder Schlagzeuger (Matthias Huber), ein präziser Mann am E-Bass (Wolfgang Stadler) und ein exzellenter Gitarrist: Jürgen Schulz. Neu mit dabei war der Sänger Willy Hennegan.

Seine Stimme ist so schwarz wie seine Hautfarbe: eine klare und starke Blues-Stimme, die ebenso jede Menge Soul transportiert. Soul- und Funk-Elemente waren es denn auch neben einer kräftigen Prise Rhythm 'n' Blues, die der Musik große Schubkraft verliehen. Rhythmus- und Tempowechsel taten ein Übriges, um dem Blues starke Spannkraft mit auf den Weg zu geben, um die wechselnden Ausdruckslagen zu erfassen.

Und zwischen den Zeilen des Gesangs ließ Jürgen Schulz seine Gitarre reden. Stark sprechender Ausdruck steckte in jeder Note. Seine Gitarre ließ er flehen und wimmern, vom Leid klagen oder kraftvoll expressiv werden. Intensivierte den Ausdruck, baute große Steigerungen auf, entfachte das Feuer bis zum Siedepunkt, um wieder ins Intime, Leise zurückzukehren. Erregende Soli entlockte er den Saiten, leiß die Klänge mit Wah-Wah gewaltig aufkochen.

Daneben spielte er mit Bottleneck-Technik eine subtil erregende Slide Gitarre, ließ stark bluesiges Gefühl entwickeln, als hatte er ein halbes Leben auf den Baumwollfeldern gearbeitet. Der Stimmung in der Musikwerkstatt tat es keinen Abbruch, im Gegenteil: Die Musiker verstanden es bestens, die Bluesfans begeistert mitgehen zu lassen bis wohl jedem klar wurde, dass der Blues nicht allein zum Klagen da ist, sondern genauso Ausdruck von Lebensfreude darstellt.